HIGHLIGHTS DER AKTUELLEN e|m|w 6|17

Special: Klimafreundliche Mobilität

Bio-CNG: Gegenwind für Diesel & Co.

Grüner Antrieb reduziert Feinstaub, Ruß und Stickoxide

von Stefan Laumann, Abteilungsleiter, Envitec Biogas

Bio-CNG (Compressed Natural Gas) kann gerade im Verkehrssektor CO2-Einsparungen von bis zu 97 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen erbringen. In Deutschland liegt der Anteil von Erdgas und Biomethan am Kraftstoffabsatz dennoch aktuell lediglich bei etwa 0,35 Prozent. In Deutschland sind knapp 900 CNG-Stationen aus Erdgas und Biomethan in Betrieb. Das ist ausbaufähig. Dafür muss seitens der Regierung der politische Wille zum Ausbau der CNG-Infrastruktur wachsen.

Feinstaub-Alarm in Stuttgart, Smog in Peking und Neu-Delhi: Die wachsende Mobilität der Menschen zollt ihren Tribut. Laut einer am 19. Oktober vom „Lancet-Magazin“ veröffentlichten Studie starben allein im Jahr 2015 neun Mio. Menschen an Krankheiten, die durch Umweltbelastungen ausgelöst werden. Schadstoffe in Luft, Wasser und Boden kosten damit sogar mehr Menschen das Leben als Kriege und Krankheiten. Und dennoch: die Motorisierung der Menschheit wächst, und damit auch die Umweltbelastung – nicht nur in der sogenannten Dritten Welt. Bislang spielte international bei der Entwicklung des individuellen Personenverkehrs der Dieselantrieb die Hauptrolle.

Für die immer größer werdenden Autos schienen die neuen Generationen von sparsamen und kraftvollen Dieselmotoren der Heilsbringer – bis zum sogenannten Dieselgate. Der Schadstoffausstoß von Dieselautos überschreitet meist die Normwerte – dabei könnte es so einfach sein, Mobilität umweltfreundlicher zu gestalten – und das weltweit: Die Vorteile von Bio-CNG (Compressed Natural Gas) als CO2 -neutralem Treibstoff liegen auf der Hand. Allein im Verkehrssektor sind mit dem Einsatz von Biomethan CO2-Einsparungen von bis zu 97 Prozent gegenüber fossilen Kraftstoffen möglich. Allerdings geht der Ausbau der notwendigen Infrastruktur nur schleppend voran...

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Special: Klimafreundliche Mobilität

Ohne starkes Stromnetz geht es nicht

Herausforderung Elektromobilität

von Selma Lossau, Leiterin Netzintegration Elektromobilität, Netze BW

Die Elektromobilität in Deutschland nimmt Fahrt auf. In vielen Großstädten steht schon jetzt ein flächendeckendes Netz an Ladesäulen zur Verfügung. Aber auch in kleineren Städten und ländlichen Regionen kommt der Ausbau voran. Werden die Verteilnetze zum Flaschenhals für die neue Art der Mobilität?

Im Oktober 2017 fuhren in Deutschland knapp 45.000 Elektrofahrzeuge, deren Stromverbrauch kaum eine Rolle spielt. Selbst der gewollte Anstieg auf eine Million E-Mobile würde ihn nur um rund ein halbes Prozent erhöhen. Die Herausforderung liegt an einer ganz anderen Stelle: bei den Netzen. Werden viele E-Autos gleichzeitig geladen, können lokal hohe Spitzenbelastungen entstehen, auf welche die Netze nicht ausgelegt sind: weder bei Privathaushalten noch bei Parkhäusern oder Firmen, die einen Fuhrpark mit E-Autos unterhalten.

Die Netze BW hat schon vor Jahren begonnen, sich mit Lösungen zu befassen, wie gerade die Verteilnetze am besten auf die anstehende Mobilitätswende vorzubereiten sind. Dabei soll für die Kunden jederzeit ein komfortabler Zugang zum benötigten Ladestrom bestehen. Gleichzeitig gilt es, eine Überlastung und einen teuren Ausbau zu vermeiden...

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Prozesse & IKT

Smart Cities

mit Hilfe agiler Netzwerke

von Michael Kandel, Senior Manager, m3 Management Consulting GmbH

Die Stadt von morgen soll „smart“ werden. Für Stadtwerke und Unternehmen eine große Chance, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen. Um die vielfältigen Anforderungen an Innovation, Flexibilität und Geschwindigkeit bei der Entwicklung der „Smart City“ erfolgreich zu bewältigen, sind agile Organisationsformen bestens geeignet.

Der Begriff „Smart City“ lässt sich auf nahezu alle Aktionsfelder derzeitiger Stadtentwicklungen anwenden. Er bezeichnet das Ziel einer neuen, integrierten Stadtentwicklung, die effiziente, technologische und soziale Innovationen miteinander verknüpft. Besonders die Verzahnung der Bereiche Energie, Gebäude, Mobilität und Infrastruktur inklusive Informationstechnologien steht im Vordergrund und ermöglicht es, Herausforderungen wie Urbanisierung, Umwelt- und Klimaproblematik sowie Veränderungen in Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. Das Potenzial ist groß, die Ideen sind vielfältig. Immer mehr Unternehmen werden gegründet oder investieren in das Thema, um neue Kunden und Märkte zu erschließen...

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Regulierung & Netze

Das Winterpaket

Der Klima- und Energierahmen für 2030

von Dr. Susann Funke, Rechtsanwältin

Die Europäische Kommission hat mit dem Europäischen Klima- und Energierahmen 2030 und den Vorschlägen zur Energieunion die Weichen für die künftige Ausrichtung der europäischen und nationalen Klima- und Energiepolitiken und die Umsetzung der Energiewende gestellt. Mit ihrem „Clean Energy for all Europeans“-Paket, dem sogenannten „Winterpaket“ liefert sie Vorschläge, wie der Weg dorthin unter Einbindung und Erweiterung der bestehenden 2030-Regulierung beschritten werden kann.

Bereits am 30. November 2016 hat die Europäische Kommission das sogenannte „Winterpaket“ oder „Clean Energy“-Paket veröffentlicht. Am 27. Februar 2017 kamen die EU-Energieminister in Brüssel zu ersten Beratungen zum Legislativpaket zusammen. Aktuell befindet sich der Vorschlag in der Beratung im Europaparlament und im Europäischen Rat. Sodann steht noch die trilaterale Abstimmung mit der EU-Kommission bevor. 

Das Winterpaket wird hauptsächlich die Beschlüsse des Europäischen Rates vom Oktober 2014 zu den europäischen Klima- und Energiezielen für 2030 umsetzen. Diese wiederum bauen auf dem geltenden 2020-Rahmen und den darin enthaltenen sogenannten „20-20-20-Zielen“ auf. Hiernach haben sich die EU-Mitgliedstaaten verpflichtet, bis 2020 ihre Treibhausgasemissionen um mindestens 20 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, die Energieeffizienz um 20 Prozent zu erhöhen und einen Anteil von 20 Prozent erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch zu erreichen...

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Interview

"Emissionsgrenzwerte sind besser als Verbote."

von Interview mit Stefan Pischinger, Vorsitzender der Geschäftsführung und Geschäftsführender Gesellschafter der FEV Group GmbH

Quasi alle großen Automobilhersteller auf der Welt gehören zu den Kunden der FEV mit Stammsitz in Aachen. Das 1978 gegründete Unternehmen entwickelt Antriebe und Fahrzeugtechnik für die Automobilwirtschaft. Gehört es damit zu den Verhinderern einer Verkehrswende? Der Parkplatz der FEV lässt erste Zweifel an dieser Vermutung aufkommen: Hier finden sich Ladepunkte für Elektrofahrzeuge sowie ein überdachter Fahrradabstellplatz. e|m|w-Redakteurin Stefanie Dierks sprach mit dem Sohn des Firmengründers und heutigen Vorsitzenden der Geschäftsführung, Stefan Pischinger, über die technologischen Möglichkeiten bei Fahrzeugantrieben.

e|m|w: Herr Professor Pischinger, muss man ein Autoliebhaber sein, um hier zu arbeiten?

Stefan Pischinger: Es schadet sicher nicht, aber unser Arbeitsgebiet ist deutlich größer. Wir arbeiten auch für nicht-automobile Bereiche, zum Beispiel Schiffs-und Lokomotivmotoren bis hin in den Aerospace-Bereich. Es muss nicht jeder ein leidenschaftlicher Autonarr sein. Aber es trifft sicher auf viele von uns zu.

e|m|w: Was macht die FEV genau?

Stefan Pischinger: Unser Geschäft ist nicht die Produktion, sondern die Entwicklung. Unsere Kunden sind die Automobilindustrie sowie deren Zulieferer. Wenn Sie genug Geld mitbringen, können wir auch für Sie einen völlig neuen Antrieb entwickeln, also Motor und Getriebe, aber auch ein ganzes Fahrzeug.

e|m|w: Wie können die herkömmlichen Antriebstechnologien wie Diesel und Benziner heute effizienter werden?

Stefan Pischinger: Wir sehen sowohl bei Diesel- als auch bei Ottomotoren ein Potenzial, die Wirkungsgrade um über 20 Prozent zu steigern. Das ist beispielsweise über die Verbrennung möglich...

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Interview

"Wir bieten keine Produkte, sondern Lösungen."

von Interview mit Holger Kemp, Leiter Vertrieb Stadtwerke und Großkunden bei innogy SE

Holger Kemp, Leiter Vertrieb Stadtwerke und Großkunden bei innogy SE, erläutert im e|m|w-Interview, wie sich das Umfeld für Stadtwerke wandelt. Eigene Aktivitäten werden unattraktiver. Zudem werden Ressourcen in neuen Geschäftsfeldern gebraucht. e|m|w: Herr Kemp, was sind heute die drängendsten Themen, denen sich ein Stadtwerk stellen muss?

Holger Kemp: Die größte Herausforderung im Stadtwerkegeschäft nehme ich heute darin wahr, dass es unglaublich komplex geworden ist. Die Fragestellung ist insbesondere für kleinere Stadtwerke, auf welche Themen sie sich eigentlich konzentrieren sollen. Auf der einen Seite liegt auf den klassischen Geschäftsfeldern wie Netz oder Commodity-Vertrieb ein immer weiter zunehmender Margendruck. Zugleich stehen die Stadtwerke vor der Herausforderung, Zukunftsthemen zu bearbeiteten, ohne dabei heute genau zu wissen, welches dabei am Ende für sie kommerziell zündet. In dem Umfeld genau diese Rakete zu finden und das häufig mit angespannter Personalausstattung: Das ist die größte Herausforderung aus meinem Blickwinkel.

e|m|w: Sie sprechen Margendruck im Commodity-Bereich an. Das kommt doch denStadtwerken auf der Beschaffungsseite wiederum zugute?

Holger Kemp: Ja und nein. Von den niedrigeren Vorlieferantenmargen profitieren natürlich die Stadtwerke. Auf der anderen Seite stecken Stadtwerke entweder über eigene Handelsinfrastruktur oder indirekt über Kooperationen heute auch sehr viel Aufwand in das Thema Beschaffung. Da stellt sich die Frage, ob sich ein Tradingfloor eines mittelgroßen Stadtwerkes mit vier bis sechs Leuten in dem Margenumfeld überhaupt lohnt. Bei einer sehr hohen Vorlieferantenmarge rechnet sich das. Aber da diese Marge erodiert ist, möchte ich sagen: Die gute Arbeit der Tradingfloors in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass ihr Job letzten Endes obsolet wird. Damit wird das Thema Beschaffung immer mehr zur Commodity an sich...

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Aktuelle Ausgabe:

Erschienen am 04.12.2017
Der zunehmende Verkehr treibt Umweltschützern Sorgenfalten auf die Stirn. Unser Special "Klimafreundliche Mobilität" beleuchtet, welche technischen Möglichkeiten bestehen, um die Verkehrsflüsse klimafreundlicher zu gestalten - etwa mithilfe der Elektromobilität oder gasbetriebenen Antrieben. Allerdings - mit anderen Techniken allein ist es nicht getan, sind sich Prof. Andreas Knie vom Wissenschaftszentrum Berlin und Wasilis von Rauch, Bundesvorsitzender des Verkehrsclub Deutschland einig. Auch die Menschen müssen umdenken und ihr Verhalten ändern. Das kann die Politik ihnen aber auch schmackhaft machen - etwa mit fahrradfreundlicheren Innenstädten.

Neue Wege geht die Energiewirtschaft in Zusammenarbeit mit der Immobilienbranche - unser Thema im Interview mit Achim Südmeier, Vorstand der Rheinenergie. Mit Hildegard Müller, Vorstand für den Bereich Netze & Infrastruktur bei Innogy, haben wir über das "Designetz" gesprochen. In dem Projekt erforschen 46 Unternehmen, wie sich das Netz für die Energiewende smart machen lässt.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe:

- Projekte mit der Wohnungswirtschaft
- IT-Lösungen für Smart Cities
- Schnittstelle Smart Meter

Erscheinungstermin 31.01.2018