HIGHLIGHTS DER AKTUELLEN e|m|w 2|17

Special: Das Stadtwerk im Wandel

Interview

Interview mit Helge-Uve Braun, Geschäftsführer Technik bei den Stadtwerken München

von Stefanie Dierks

Geothermie gilt hierzulande eher als Exoten-Technologie. Die Stadtwerke München sind einer der wenigen Energieversorger, die solche Anlagen betreiben. Technik-Geschäftsführer Helge-Uve Braun verriet e|m|w-Redakteurin Stefanie Dierks, welche Fallstricke es dabei zu beachten gibt und warum Anlagen zur Wärmegewinnung einfacher zu betreiben sind als welche zur Stromgewinnung. Darüber hinaus beleuchtete er im Gespräch auch die Erneuerbaren-Strategie der Stadtwerke bei der Stromerzeugung.

e|m|w:
Welche besonderen Herausforderungen gibt es beim Betrieb von Geothermieanlagen?


Helge-Uve Braun:
Es gibt Geothermieanlagen zur Wärme und zur Stromversorgung. Diese beiden Anlagentypen sind sehr unterschiedlich im Betrieb. Die Wärmeversorgung mit Geothermie ist sehr zuverlässig. Wenn eine Probebohrung geglückt ist, gibt es anschließend wenig Komplikationen. Lediglich die in 500 bis 600 Metern Tiefe hängende Pumpe muss alle fünf bis zehn Jahre ausgetauscht werden. Bei der Stromerzeugung sieht es anders aus. Die erforderlichen Temperaturen sind höher und man muss tiefer bohren. Dabei kommt es oft zu sogenannten Verkarstungen, also Kalkablagerungen. Das führt dazu, dass die Anlagen nicht ganz so
zuverlässig betrieben werden können wie die in der Wärmeversorgung.

e|m|w:
Warum ist München besonders geeignet für Geothermie?

Helge-Uve Braun:
Durch das bayerische Voralpenland zieht sich ein sehr ergiebiger Thermalwasserleiter. Die Temperaturen reichen von über 140 Grad im Münchner Oberland bis 80 Grad nördlich von München...

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Special: Das Stadtwerk im Wandel

Innovative Lösungen für intelligente Strom-Verteilnetze

von Dr. Peter Asmuth, Vorstand, und Peter Zimmer, Leiter IKT und Messtechnik, Stadtwerke Aachen, sowie Robert Frings, Leiter Netzmanagement, und Ekaterina Soloveva, Assetmanagement, Infrawest GmbH

Die künftige Stromversorgung wird dezentral sein und in immer stärkerem Maße von erneuerbaren Energien bestimmt. Eine Entwicklung, die die Netze vor erhebliche Herausforderungen stellt. Gefragt sind intelligente Lösungen, die verbrauchs- und einspeisebedingte Spannungsschwankungen ausgleichen, ohne dass ein aufwendiger Netzausbau erforderlich wird.

Vor diesem Hintergrund engagieren sich die Stadtwerke Aachen und der Aachener Netzbetreiber Infrawest seit Mitte 2012 an dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten Forschungsvorhaben „Netze für die Stromversorgung der Zukunft“ mit einem eigenen Projekt.

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e|m|w-Round Table

e|m|w-Round-Table Die Zukunft des Wärmemarktes in Deutschland

Agora-Energiewende-Direktor Dr. Patrick Graichen und Zukunft-Erdgas-Geschäftsführer Dr. Timm Kehler auch Thüga-Vorstand Dr. Gerhard Holtmeier sowie Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung

von Dr. Patrick Graichen, Dr. Timm Kehler, Dr. Gerhard Holtmeier und Andreas Kuhlmann

Wie die Wärmewende gelingen kann, wird von mehreren Studien beleuchtet. Zwei davon wurden im Februar vorgestellt. Fraunhofer IWES geht in einer Analyse für die Stiftung Agora Energiewende davon aus, dass Wärmepumpen für die Dekarbonisierung elementar wichtig seien. Sie könnten 2030 ein Viertel der Raumwärme liefern. Eine Studie der Nymoen Strategieberatung für Zukunft Erdgas geht hingegen davon aus, dass grünes Gas künftig eine entscheidende Rolle spielen wird. 30 Prozent des Gasverbrauchs sollen demnach im Jahr 2050 aus Ökostromüberschüssen über das Power-to-Gas-Verfahren produziert werden.

e|m|w sprach beim Round-Table mit Experten darüber, wie die Wärmewende am besten gelingen kann. An dem Gespräch nahmen neben Agora-Energiewende-Direktor Dr. Patrick Graichen und Zukunft-Erdgas-Geschäftsführer Dr. Timm Kehler auch Thüga-Vorstand Dr. Gerhard Holtmeier sowie Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung teil.

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Energieeffizienz & Erzeugung

Speicher für 80 Prozent Ökostrom

von Jonas Hufen und Prof. Dr. Arne Graßmann, Hochschule Niederrhein

Die Energiewende bringt starke Veränderungen in die Struktur der Stromerzeugung. Energiespeicher ermöglichen es, die nicht beeinflussbare Stromproduktion aus regenerativen Energieträgern zu einem späteren Zeitpunkt zu nutzen. Dennoch müssen auch in Zukunft große Kapazitäten an konventionellen Kraftwerken vorgehalten werden.

Die Anforderungen an den konventionellen Kraftwerkspark steigen zudem deutlich. Neben Technologien zur Speicherung von Energie müssen Strategien für die angebotsgesteuerte Nutzung von Strom (Demand Side Management) entwickelt werden.

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Interview

Interview

Interview mit Dr. Ulrich Groß, Technischer Geschäftsführer, und Karsten Thielmann, Kaufmännischer Geschäftsführer, Rheinische Netzgesellschaft mbH

von Michaela Tix

Unter den Verteilnetzbetreibern formiert sich Widerstand, dass zu viele Daten und Kompetenzen in Richtung Übertragungsnetzbetreiber wandern. e|m|w-Redakteurin Michaela Tix sprach mit den beiden Geschäftsführern der Rheinischen Netzgesellschaft (RNG), einer der größten Verteilnetzbetreiber Deutschlands, über die Hintergründe. Logistische Herausforderungen sind in ihren Augen zudem die anstehende Marktraumumstellung im Gasbereich sowie der Smart-Meter-Rollout.

e|m|w:
Auf Seite der Verteilnetzbetreiber werden kritische Stimmen lauter, die vor einem zu starken Einfluss der Übertragungsnetzbetreiber warnen. Was steckt dahinter?

Karsten Thielmann:
Es ist offensichtlich, dass durch die Erneuerbaren Flexibilität in die Verteilnetze verlagert wird und die Verteilnetze in einem dezentralen Energiesystem an Bedeutung gewinnen. Aber es werden uns Verteilnetzbetreibern nicht mehr Kompetenzen zugestanden, sondern es wird im Gegenteil versucht, die Kompetenzen der Übertragungsnetzbetreiber mit dem Holzhammer so zurecht zu klopfen, dass diese ihre bisherige Funktion auch in den Verteilnetzen wahrnehmen können.

e|m|w:
Können Sie Beispiele nennen?

Karsten Thielmann:
Die sternförmige Kommunikation im Rahmen des Digitalisierungsgesetzes ist ein prominentes Beispiel aus dem vergangenen Jahr, aber nur die Spitze des Eisbergs. Die Verteilnetzbetreiber geben hier ihre Bilanzierungsverantwortung an die Übertragungsnetzbetreiber ab, aber nicht für alle, sondern nur sukzessive für die vom Rollout betroffenen intelligenten Messsysteme.

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Interview

Interview mit Dr. Wolfram Vogel, Director Public & Regulatory Affairs der Strombörse Epex Spot

von Michaela Tix

Die ab Sommer 2018 geplante Aufteilung der deutsch-österreichischen Strompreiszone sorgt für Diskussionsstoff. e|m|w-Redakteurin Michaela Tix sprach im Interview mit Dr. Wolfram Vogel, Director Public & Regulatory Affairs der Strombörse Epex Spot, über die Konsequenzen für den Stromhandel. Zudem waren die Rekordpreise im Januar und das Wachstum im untertägigen Handel Gesprächsthema.

e|m|w:
Wie bewerten Sie als Vertreter einer Strombörse den deutschen Vorstoß, die gemeinsame Strompreiszone mit Österreich aufzukündigen?

Wolfram Vogel:
Wir sehen diesen Vorstoß kritisch, denn dadurch würden gleich mehrere Vorteile der integrierten Preiszone verloren gehen. Wir haben mit der deutsch-österreichischen Strompreiszone einen sehr großen Markt mit sehr vielen Marktteilnehmern und einer hohen Liquidität. Man könnte sagen, dass wir zu einem Vorbildmodell innerhalb Europas geworden sind, das damit ein Ende finden würde. Zudem belegen sehr viele Studien, dass eine Aufteilung teurer wäre als eine Beibehaltung des gemeinsamen Marktgebietes.

e|m|w:
Was würde die Trennung konkret bedeuten?

Wolfram Vogel:
Wir hätten dann zwei getrennte Märkte, die bewirtschaftet werden würden. In vermutlich zehn bis 15 Prozent der Stunden würde es zu Engpässen kommen, wenn es in Deutschland ein starke Windeinspeisung mit gleichzeitig viel Sonnenschein gibt und die Netze zu stark belastet sind.

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Aktuelle Ausgabe:

Erschienen am 01.04.2017
Die Umweltverbände schlagen schon lange Alarm, nun hat sich auch das Umweltbundesamt zu Wort gemeldet: Deutschland wird voraussichtlich seine CO2-Ziele verfehlen. Größter Emittent ist nach wie vor die Energiewirtschaft. Doch gerade Stadtwerke haben die Zeichen der Zeit längst erkannt. "Das Stadtwerk im Wandel" lautet daher auch der Titel unseres aktuellen Specials. Darin lesen Sie, wie Stadtwerke neue Wege beschreiten. So wollen die Stadtwerke Osnabrück mit ihrem Carsharing-Angebot auch dazu beitragen, die Emissionen im Verkehr zu reduzieren. Oder die Stadtwerke Kiel: Sie bauen ein Gasmotorenkraftwerk, das flexibel auf die fluktuierende Erneuerbaren-Einspeisung reagieren kann. Die Stadtwerke Heidelberg setzten ein intelligentes Areal-Konzept in ihrer Heimatstadt um. 

Passend zu unserem Schwerpunktthema sprachen wir auch mit zwei Chefs kommunaler Unternehmen. Klaus Eder, Geschäftsführer der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm, erläutert im Interview die neue Geschäftsstrategie seines Unternehmens. In die Tiefen der Geothermie führt uns Helge-Uve Braun, Technischer Geschäftsführer der Stadtwerke München. Lesen Sie zudem ein Interview mit den beiden Geschäftsführern der Rheinischen Netzgesellschaft, Ulrich Groß und Karsten Thielmann. Sie wehren sich dagegen, dass die Verteilnetzbetreiber Kompetenzen in die Übertragungsnetzebene abgeben sollen. Last but not least sei Ihnen unser Round Table zum Thema Wärmewende ans Herz gelegt. Ausgewählte Experten diskutierten darüber, wie die Emissionsziele der Bundesrepublik im Wärmesektor erreicht werden können.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe:

- „Big Data“ sinnvoll nutzen
- Blockchain: Gefahr oder Chance für Energieversorger?
- IT-Sicherheit: Schutz vor Hackern und Co.

Erscheinungstermin 08.06.2017